TEACCH-Ansatz

 

Der TEACCH-Ansatz ist ein Behandlungsansatz vorrangig für Patienten mit Autismus-Spektrum-Störungen. Er kann unabhängig vom Grad der Beeinträchtigung der Intelligenz eingesetzt werden. Bei schweren geistigen Behinderungen gibt es Umgangsformen für den TEACCH-Ansatz, genauso wie auch für leichte geistige Beeinträchtigungen oder Patienten ohne geistige Beeinträchtigungen.

 

Der Begriff TEACCH steht für „Treatment and Education of Autistic and related Communication handicapped Children” und bedeutet die Begleitung und pädagogische Förderung autistischer und in ähnlicher Weise kommunikationseingeschränkter Kinder, Jugendlicher und Erwachsener.

 

Im Rahmen eines Forschungsprojektes 1964 an der University of North Carolina ist der TEACCH-Ansatz entwickelt worden. Entwickelt wurde dieser von Erik Schoppler & Robert Reichler.
Seitdem wird dieses Programm wissenschaftlich begleitet und weiterentwickelt.

 

Zielsetzung ist dabei die Maximierung der individuellen Selbstständigkeit. Dabei soll der Patient Selbstwirksamkeit erleben können, ohne dass ein ständiges Eingreifen von außen erforderlich ist.
Dabei gibt es zwei Wege: Entweder wird die Umwelt dem Patienten angepasst, oder es werden die individuellen Fähigkeiten des Patienten erweitert. Somit wird beim TEACCH-Ansatz der Fokus auf die Stärken und Interessen des Einzelnen gelegt. Über Strukturierung und Visualisierung wird dabei ein Gefühl von Sicherheit vermittelt.

 

Eingesetzt wird der TEACCH-Ansatz vorrangig im Bereich der lebenspraktischen Fertigkeiten (Selbstsorge, Hauswirtschaft, im Bereich schulischer oder beruflicher Fertigkeiten, Kommunikation, Freizeit, soziale Fähigkeiten). Damit sollen Orientierung und Sicherheit geschaffen werden, so dass der Klient in die Gestaltung der Behandlung mit einbezogen werden kann.


TEACCH gibt Struktur in Raum, Zeit und den Aktivitäten und dient somit als Orientierungshilfe, da eine Vorhersehbarkeit geschaffen wird. Dies wiederum führt zu einer Erleichterung der Flexibilität und oftmals auch erst zum Ermöglichen von Selbstständigkeit.

Die Strukturierung nach dem TEACCH-Ansatz wird dabei individuell eingesetzt. Dies kann die Gestaltung von Arbeitsplätzen, einzelnen Aufgabenfeldern umfassen, aber auch Stunden-, Tages- oder Wochenpläne sein.


Es sollen Handlungsabläufe erarbeitet werden, die eine gewisse Routine schaffen.
Durch diese sich wiederholenden Handlungsabläufe und Strukturen soll das Gefühl von Sicherheit gestärkt werden.

Jeder Plan ist dabei so gestaltet, dass dieser für den Klienten zu jeder Zeit problemlos umsetzbar ist. Dies wird ermöglicht durch die Einfachheit der Struktur des Planes, an dem sich der Klient entlang hangeln kann.

 

Es werden immer 5 Fragen mit dem System beantwortet: Welche Tätigkeit? Wie viele Tätigkeiten? Welche Reihenfolge? Wann bin ich fertig? Was kommt danach?

Wie das Konzept dafür ausschaut, wie es aussieht, wenn der Plan fertig abgeschlossen ist, muss dabei immer individuell entschieden werden.

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